Aldi bringt diese Woche einen Airfryer für unter 35 Euro: Das kann er wirklich

Der Frühling liegt in der Luft, die Temperaturen steigen langsam und mit ihnen die Lust, leichter zu kochen – weniger Fett, mehr Knusprigkeit, weniger Aufwand. Genau in diesem Moment landet Aldi mit einem Airfryer in den Regalen, der für unter 35 Euro zu haben ist. Ein Preis, der skeptisch macht, aber auch neugierig: Was leistet eine Heißluftfritteuse in dieser Preisklasse wirklich, und lohnt sich der Griff – oder endet das Schnäppchen als verstaubtes Küchengerät im Schrank?

Aldi-Sonderangebote bei Küchengeräten haben eine eigene Geschichte: Mal überraschen sie mit solider Verarbeitung, mal enttäuschen sie genau dort, wo es darauf ankommt. Dieser Airfryer – vertrieben unter Aldis Eigenmarke Ambiano – gehört zu den meistdiskutierten dieser Saison. Das Gerät ist klein, kompakt und für Singles oder Paare konzipiert. Wer wissen möchte, ob 35 Euro für einen funktionierenden Airfryer reichen, findet hier eine ehrliche Einschätzung.

Was steckt im Gerät?

Der Ambiano Airfryer, den Aldi diese Woche im Angebot führt, kommt mit einem Fassungsvolumen von etwa 4 bis 4,5 Litern – ausreichend für zwei Portionen Pommes, eine Handvoll Gemüsestücke oder ein einzelner Hähnchenschenkel. Die Temperatur lässt sich mechanisch regulieren, üblicherweise zwischen 80 °C und 200 °C. Ein analoges Zeitrad übernimmt die Steuerung bis zu 30 Minuten. Kein Display, keine App, kein WLAN – das Gerät ist bewusst auf das Wesentliche reduziert.

Die Leistung liegt typischerweise bei 1 400 bis 1 500 Watt, was für diese Geräteklasse normal ist. Der Aufheizprozess dauert etwa drei bis vier Minuten, bevor die Kammer wirklich die gewünschte Temperatur erreicht. Das Gehäuse ist aus mattem Kunststoff, der Garkorb beschichtet – eine Antihaftbeschichtung, also eine hitzebeständige Oberfläche, die das Anhaften von Lebensmitteln verhindern soll und leicht zu reinigen ist.

Was kann er wirklich?

Pommes aus dem Airfryer sind das Versprechen, das jeder kennt. Das Ergebnis bei diesem Modell: tiefgekühlte Pommes werden nach etwa 15 bis 18 Minuten bei 190 °C knusprig und gleichmäßig gebräunt – sofern man den Korb nach der Hälfte der Zeit einmal schüttelt. Ohne Wenden bleibt die Unterseite weicher, die Oberseite trocken. Das Grundprinzip funktioniert.

Bei frischem Gemüse – und hier kommt die Frühjahrsküche ins Spiel – zeigt der Airfryer, was er kann: Zuckerschoten, Mairübchen, Spargelstücke oder Frühlingszwiebeln mit etwas Olivenöl und Salz bei 180 °C für zehn Minuten ergeben ein Ergebnis, das näher am Rösten als am Dampfgaren liegt. Die Kanten karamellisieren, der Eigengeschmack wird konzentriert. Für schnelle Frühlingsgerichte ohne Backofen-Aufheizen ist das eine echte Alternative.

Hähnchenschenkel brauchen 25 bis 28 Minuten bei 190 °C, werden außen kross und bleiben innen saftig. Wichtig: Das Gerät nicht überladen. Ein einziger Schenkel gelingt deutlich besser als zwei aufeinandergestapelte. Fischfilets wie Lachsportionen funktionieren ebenfalls gut – etwa 10 bis 12 Minuten bei 180 °C, ohne Folie, mit einem dünnen Ölfilm.

Weniger überzeugend ist das Gerät bei sehr feuchten Teigen – Rührteig, Kuchenrohlinge oder paniertes Gut mit nassem Ei neigen dazu, in der Hitze ungleichmäßig zu garen. Wer gezielt backen möchte, stößt an die Grenzen des analogen Temperaturreglers, der keine präzise Feinabstimmung erlaubt.

Stärken und schwächen auf einen Blick

EigenschaftEinschätzung
PreisUnter 35 € – für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer angemessen
Volumen (~4 L)Geeignet für 1–2 Personen, für Familien zu klein
TemperaturregelungAnalog, ausreichend – aber keine Feinjustierung möglich
Aufheizzeit~3–4 Minuten – vergleichbar mit teureren Modellen
ReinigungBeschichteter Korb herausnehmbar, spülmaschinenfest lt. Hersteller
LautstärkeMerkliches Lüftergeräusch – kein Gerät für die stille Küche
VerarbeitungSolide Kunststoffgehäuse, keine Premium-Haptik
Smarte FunktionenKeine – weder Display noch Vorprogramme

Für wen lohnt sich der Kauf?

Wer noch nie einen Airfryer besessen hat und ausprobieren möchte, ob das Gerät in den eigenen Kochalltag passt, findet hier einen risikoarmen Einstieg. Singles und Paare, die ab und zu Gemüse rösten, Restessen aufwärmen oder tiefgekühlte Produkte knusprig aufbacken möchten, werden mit diesem Modell zufrieden sein. Der Frühling bietet dafür die ideale Gelegenheit: leichte Gemüseschalen, dünne Fischfilets, Hähnchenstreifen mit frischen Kräutern – all das gelingt schnell und ohne den Backofen für 20 Minuten vorheizen zu müssen.

Wer hingegen regelmäßig für vier Personen kocht, präzise Backtemperaturen benötigt oder Wert auf ein digitales Display mit Vorprogrammen legt, wird früher oder später frustriert sein. Für dieses Profil empfiehlt sich ein Modell ab etwa 70 bis 80 Euro – mehr Kapazität, mehr Kontrolle, langlebigere Beschichtung.

Airfryer und Ernährung: Was steckt dahinter?

Das Versprechen der Heißluftfritteuse ist ernährungsphysiologisch real: Beim Air-Frying – also dem Garen durch zirkulierende Heißluft ohne Eintauchen in Fett – reichen wenige Milliliter Öl aus, um Knusprigkeit zu erzeugen. Im Vergleich zur klassischen Fritteuse lassen sich so bis zu 70–80 % Fett einsparen, ohne das Kalorienäquivalent aus Panade, Teig oder Eigenanteil des Lebensmittels zu vergessen. Pommes aus dem Airfryer haben deshalb immer noch ihre eigene Kaloriendichte – der Unterschied liegt im zugesetzten Fett, nicht im Gesamtfettgehalt.

Gemüse profitiert besonders: Die trockene Hitze erhält mehr Mikronährstoffe als das Kochen in Wasser, weil wasserlösliche Vitamine – allen voran Vitamin C und B-Vitamine – nicht ins Kochwasser übergehen. Für eine frühlingshafte Ernährung mit frischem Spargel, Erbsen oder Radieschen ist das Gerät daher ein sinnvolles Werkzeug.

Verfügbarkeit und Hinweis

Das Gerät ist als Aktionsartikel konzipiert – das bedeutet begrenzte Stückzahl, kein dauerhaftes Sortiment. Wer es möchte, sollte früh im Laden sein oder den Aldi-Onlineshop prüfen, solange der Artikel verfügbar ist. Erfahrungsgemäß sind solche Elektrokleinartikel nach wenigen Tagen ausverkauft. Eine Reservierung ist in Aldi-Filialen nicht möglich.

Wer den Airfryer vor allem für Gemüse und Fisch einsetzen möchte, fährt besser, wenn er den Korb vor dem Einlegen kurz mit einem Hauch Öl einpinselt – das verhindert das Ankleben auch bei mageren Lebensmitteln und verlängert die Lebensdauer der Beschichtung spürbar.

Fazit

Unter 35 Euro für einen funktionierenden Airfryer – das ist kein Marketingversprechen, das in der Praxis scheitert. Das Gerät tut, was es soll: Es gart, es knuspert, es erwärmt schnell. Die Grenzen sind klar: kein Platz für Familien, keine Präzision für ambitioniertes Backen, kein Komfort für Technikbegeisterte. Wer diese Grenzen kennt und akzeptiert, bekommt für den Preis eines Mittagessens in der Stadt ein Küchengerät, das im Frühjahrsalltag seinen Platz finden kann – zwischen frischem Spargel, schnellen Hähnchenstreifen und dem Entschluss, den schweren Backofen seltener anzuwerfen.

Häufige Fragen

Ist der Aldi Airfryer spülmaschinenfest?

Laut Herstellerangaben ist der herausnehmbare Garkorb spülmaschinenfest. Das Außengehäuse und die Heizelemente dürfen nicht ins Wasser – diese werden mit einem feuchten Tuch gereinigt. Es empfiehlt sich trotzdem, den Korb nach den ersten Nutzungen zunächst von Hand zu spülen, um die Beschichtung zu schonen.

Welche Lebensmittel eignen sich besonders gut für dieses Modell?

Tiefkühlprodukte wie Pommes, Nuggets oder Frühlingsrollen gelingen zuverlässig. Frisches Gemüse – besonders Saisongemüse wie Spargel, Zuckerschoten oder Paprikastreifen – profitiert von der trockenen Hitze. Hähnchenstücke, Fischfilets und aufgewärmte Speisen funktionieren ebenfalls gut. Weniger geeignet sind sehr feuchte Teige und Gerichte, die präzise Temperaturen unterhalb von 150 °C benötigen.

Wie viel Strom verbraucht das Gerät?

Bei einer Leistung von rund 1 400 bis 1 500 Watt und einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 15 bis 20 Minuten pro Mahlzeit liegt der Stromverbrauch bei etwa 0,35 bis 0,5 kWh pro Nutzung – deutlich weniger als ein Backofen, der für dieselbe Zeit auf Temperatur gehalten wird. Auf das Jahr gerechnet kann sich das bei täglicher Nutzung bemerkbar machen.

Gibt es Alternativen in ähnlicher Preisklasse?

Lidl und Tchibo bringen ebenfalls regelmäßig Airfryer-Aktionsartikel im Bereich 30 bis 50 Euro heraus. Online sind Modelle von Tower, Cosori oder Ninja bereits ab etwa 50 bis 60 Euro erhältlich – mit digitalen Displays und mehr Vorprogrammen. Wer langfristig plant und häufig kocht, ist mit einem Gerät aus diesem Segment besser beraten. Für den gelegentlichen Einsatz bietet das Aldi-Modell jedoch ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kann man ohne Öl kochen?

Technisch ja – der Airfryer funktioniert auch ohne zugesetztes Öl. Das Ergebnis ist jedoch trockener und weniger gleichmäßig gebräunt, besonders bei mageren Lebensmitteln wie Gemüse oder Hähnchenbrustfilet. Ein Teelöffel Öl, eingerieben oder mit einem Pinsel aufgetragen, reicht völlig aus und verändert das Ergebnis deutlich – ohne den ernährungsphysiologischen Vorteil des Geräts zunichte zu machen.

×
WhatsApp-Gruppe