Frühlingsrollen selbst zu machen, lohnt sich! Der Biss in eine selbst gemachte, frisch aus dem Airfryer kommende Rolle, das Knacken der goldenen Hülle und die würzige Füllung aus Gemüse und Glasnudeln auf der Zunge sind ein besonderes Erlebnis. Mit Zutaten wie jungem Kohl, frischem Ingwer und zartem Lauch, die Mitte März Saison haben, werden diese Rollen zu einem Highlight. Und das Beste: Der Airfryer erledigt die Arbeit in weniger als zwanzig Minuten, ohne Frittierfett und langes Hantieren am Herd.
Diese Version der gebratenen Frühlingsrolle orientiert sich an der vietnamesisch-chinesischen Tradition, geht aber bei der Zubereitung einen anderen Weg. Die Füllung wird kurz angebraten, um die Aromen zu verbinden. Vor dem Garen im Airfryer werden die Rollen mit einer dünnen Schicht Öl bestrichen, was eine Kruste ergibt, die der frittierten Variante kaum nachsteht – bei deutlich weniger Fett. Wer einmal verstanden hat, wie das Rollen funktioniert und warum die Hülle knusprig wird, wird sie nicht mehr bestellen. Also, Schürze an!
| Vorbereitung | 30 Min. |
| Garzeit | 18 Min. |
| Portionen | 4 Personen (ca. 12 Rollen) |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel |
| Kosten | € |
| Saison | Junger Weißkohl, Frühlingszwiebeln, frischer Ingwer, Lauch |
Geeignet für: Vegan · Laktosefrei
Zutaten
Für die Füllung
- 150 g Glasnudeln (Mungobohnennudeln, eingeweicht)
- 200 g junger Weißkohl, fein geschnitten
- 2 Karotten, grob geraspelt
- 3 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
- 1 Stück frischer Ingwer (ca. 3 cm), gerieben
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 EL helle Sojasoße
- 1 TL Sesamöl
- 1 TL Reisweinessig
- Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
- 2 EL neutrales Pflanzenöl (zum Anbraten)
Für die Rollen
- 12 Frühlingsrollenblätter (ca. 20 × 20 cm, aus dem Tiefkühlregal, aufgetaut)
- 1 EL Stärke (zum Verkleben) + 2 EL Wasser
- 2 EL neutrales Pflanzenöl (zum Bestreichen)
Zum Servieren
- Süß-saure Chilisauce oder Erdnusspüree mit Limette
- Frische Minze, Thai-Basilikum oder Korianderblätter
Ustensilien
- Airfryer (Heißluftfritteuse), mindestens 4-Liter-Kapazität
- Große Pfanne oder Wok
- Schneidebrett und scharfes Messer
- Küchenreibe
- Große Schüssel
- Pinsel zum Bestreichen
- Kleines Schälchen für die Stärkepaste
Zubereitung
1. Glasnudeln einweichen und vorbereiten
Die Glasnudeln in eine große Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Fünf bis acht Minuten quellen lassen, bis sie weich, aber noch leicht bissfest sind — zu weich geworden geben sie beim späteren Braten Wasser ab und machen die Füllung matschig. Danach abgießen, kalt abschrecken und mit einer Schere grob zerkleinern, sodass Stücke von etwa vier bis fünf Zentimetern Länge entstehen. Lange Nudelfäden lassen sich später beim Rollen nicht sauber einwickeln. Zur Seite stellen.
2. Gemüse anbraten und Füllung würzen
Das Pflanzenöl in einer großen Pfanne oder im Wok bei hoher Hitze erhitzen, bis es leicht zu schimmern beginnt. Knoblauch und Ingwer hineingeben und unter ständigem Rühren etwa dreißig Sekunden anschwitzen — sie sollen duften, aber nicht bräunen. Dann den Weißkohl und die Karotten dazugeben und zwei bis drei Minuten unter Rühren scharf anbraten, bis das Gemüse leicht zusammenfällt und seine Rohheit verliert, aber noch Biss hat. Die Frühlingszwiebeln unterrühren. Sojasoße, Reisweinessig und Sesamöl darübergeben, alles gut vermischen. Die Glasnudeln unterheben. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Füllung vollständig abkühlen lassen — das ist entscheidend. Eine warme Füllung macht die Teigblätter weich und reißanfällig.
3. Stärkepaste anrühren und Teigblätter vorbereiten
Die Stärke mit dem Wasser in einem kleinen Schälchen glatt rühren. Diese Paste dient als Klebstoff, der die Rollenenden fest verschließt. Die aufgetauten Frühlingsrollenblätter einzeln auf ein sauberes, leicht feuchtes Tuch legen, damit sie geschmeidig bleiben und nicht reißen. Die Blätter so positionieren, dass eine Ecke auf einen zuweist — also als Raute, nicht als Quadrat.
4. Rollen wickeln
Zwei gehäufte Esslöffel der abgekühlten Füllung auf das untere Drittel des Teigblatts setzen, dabei links und rechts etwa drei Zentimeter freilassen. Die untere Ecke eng über die Füllung klappen und einmal fest andrücken — je fester diese erste Umschlagbewegung, desto kompakter die spätere Rolle. Dann die beiden seitlichen Ecken nach innen falten, als würde man einen Briefumschlag verschließen. Anschließend straff zur oberen Ecke hin aufrollen. Die Spitze mit etwas Stärkepaste einpinseln und fest andrücken, sodass die Rolle komplett versiegelt ist. Zu lose gewickelte Rollen öffnen sich im Airfryer und verlieren ihre Form.
5. Mit Öl bestreichen und im Airfryer garen
Den Airfryer auf 200 °C vorheizen — je nach Modell dauert das zwei bis drei Minuten. Die fertigen Rollen mit dem Pinsel rundum dünn mit Pflanzenöl bestreichen; dabei besonders die Nahtseite nicht vergessen. Das Öl ist der Schlüssel zur goldenen, gleichmäßig knusprigen Hülle: Es leitet die Heißluft auf die Oberfläche und erzeugt denselben Bräunungseffekt wie das Frittieren. Die Rollen mit ausreichend Abstand nebeneinander in den Korb legen — sie dürfen sich nicht berühren, damit die Luft zirkulieren kann. Bei 200 °C für 8 Minuten garen, dann wenden und weitere 8 bis 10 Minuten garen, bis die Hülle gleichmäßig goldbraun und spürbar fest ist. Beim Herausnehmen sollten sie hörbar klingen, wenn man leicht mit dem Fingernagel dagegen tippt.
Mein Küchentipp
Die häufigste Fehlerquelle beim Selbermachen: die Füllung ist zu feucht. Weißkohl und Karotten ziehen nach dem Würzen Wasser — deshalb die Füllung nach dem Abkühlen kurz durch ein feines Sieb drücken oder in ein sauberes Küchentuch geben und leicht ausdrücken. Je trockener die Füllung, desto knuspriger die Hülle. Wer im Frühjahr auf dem Wochenmarkt frischen Bambus oder zarte Pak-Choi-Blätter findet, kann einen Teil des Weißkohls ersetzen — das gibt der Füllung eine frischere, leicht herbere Note, die gerade jetzt zur Jahreszeit passt.
Getränkebegleitung
Der Röst- und Umami-Charakter der Sojasoße, die leichte Schärfe des Ingwers und die zarte Fetthaltigkeit der Rollen verlangen nach einem Getränk, das erfrischt und gleichzeitig eine gewisse Würze verträgt.
Ein junger, trockener Grüner Veltliner aus der Wachau bringt genug Säure und pfeffrige Würze mit, um dem Gericht auf Augenhöhe zu begegnen. Wer ein Bier bevorzugt, greift zu einem leichten Pilsner oder einem ungesüßten Reiswein (Sake), leicht gekühlt serviert. Ohne Alkohol funktioniert ein Yuzu-Sprudel oder ein kalt aufgebrühter Jasmin-Tee auf Eis hervorragend — die Blumigkeit des Tees kontrastiert angenehm mit der würzigen Füllung.
Wissenswertes über Frühlingsrollen
Frühlingsrollen haben ihren Namen nicht zufällig: In China wurden sie traditionell zum Chunyun — dem Frühlingsfest, dem chinesischen Neujahr — gereicht, als Symbol für Wohlstand und Erneuerung. Die goldgelbe, zylindrische Form sollte an Goldbarren erinnern. Die Füllung variierte stark je nach Region und Saison: Im Süden Chinas überwog frisches Gemüse, im Norden eher gedünstetes Schweinefleisch mit Lauch. Als das Gericht über Vietnam und später durch Einwandererküchen nach Europa kam, veränderte es sich weiter — die knusprig frittierte Version, die heute in asiatischen Imbissen Standard ist, ist eher eine Adaption als das Original.
Die Teigblätter selbst unterscheiden sich deutlich von den vietnamesischen Reispapierrollen, die nicht erhitzt werden: Frühlingsrollenblätter bestehen aus Weizenmehl und Wasser, sind elastisch und werden erst durch Hitze fest und splittrig. In asiatischen Supermärkten sind sie meist tiefgekühlt in Paketen zu zwanzig oder dreißig Stück erhältlich — wer einmal eine Packung öffnet, sollte die Reste zwischen Backpapier eingewickelt wieder einfrieren.
Nährwerte (pro Portion, ca. 3 Rollen, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~310 kcal |
| Eiweiß | ~7 g |
| Kohlenhydrate | ~48 g |
| davon Zucker | ~5 g |
| Fett | ~9 g |
| Ballaststoffe | ~4 g |
Häufige Fragen
Kann man die Frühlingsrollen im Voraus vorbereiten?
Ja — die gerollten, noch ungegarten Rollen lassen sich bis zu acht Stunden im Kühlschrank auf einem mit Backpapier ausgelegten Teller aufbewahren, locker abgedeckt mit Frischhaltefolie. Kurz vor dem Garen mit Öl bestreichen und frisch in den Airfryer geben. Die Füllung kann sogar am Vortag zubereitet werden — sie sollte dann gut abgedeckt im Kühlschrank lagern und erst unmittelbar vor dem Rollen verwendet werden.
Wie bewahrt man übrige Frühlingsrollen auf?
Abgekühlte Rollen in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank lagern — sie halten sich bis zu zwei Tage. Zum Aufwärmen den Airfryer auf 180 °C vorheizen und die Rollen ohne zusätzliches Öl fünf bis sechs Minuten erhitzen. In der Mikrowelle werden sie weich und verlieren ihre Knusprigkeit, das ist keine empfehlenswerte Option. Ungegarte Rollen können auch eingefroren werden: einzeln auf Backpapier vorgefrieren, dann in einen Gefrierbeutel geben und bis zu zwei Monate lagern. Direkt aus dem Gefrierfach in den Airfryer bei 190 °C für etwa fünfzehn Minuten garen.
Welche Varianten und Füllungen sind möglich?
Die Grundstruktur — Glasnudeln, Kohl, etwas Umami — lässt sich gut anpassen. Im Frühling passen fein geschnittene grüne Spargelspitzen oder Zuckerschoten hervorragend in die Füllung. Wer keine vegane Version möchte, kann gebratenes Hackfleisch (Schwein oder Geflügel) untermischen — dann die Sojasoße etwas reduzieren, da Fleisch eigenes Salz mitbringt. Für eine schärfere Variante: ein Teelöffel Gochujang oder Sambal Oelek in die Füllung rühren. Tofu, fein zerbröselt und angebraten, ist ein weiterer proteinreicher Ersatz.
Warum reißen meine Teigblätter beim Rollen?
Meist liegt es daran, dass die Blätter beim Auftauen austrocknen. Tiefgekühlte Frühlingsrollenblätter langsam im Kühlschrank auftauen lassen und erst kurz vor Verwendung aus der Verpackung nehmen. Bereits ausgewickelte Blätter mit einem leicht feuchten Küchentuch abdecken, während man rollt. Wenn die Blätter zu stark austrocknen, werden sie spröde und reißen beim ersten Falten. Außerdem hilft es, die Füllung nicht zu stark zu verdichten — wer zu viel auf einmal einwickelt, dehnt den Teig über seine Elastizitätsgrenze.
Funktioniert das Rezept auch ohne Airfryer?
Ja. Im Backofen bei 220 °C Umluft auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech, die Rollen gut mit Öl bestrichen, ebenfalls wenden nach zehn Minuten — Gesamtgarzeit etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten. Das Ergebnis ist etwas weniger gleichmäßig gebräunt als im Airfryer, aber durchaus überzeugend. Alternativ klassisch in reichlich heißem Öl (175 °C) frittieren — drei bis vier Minuten je Seite.



