Jamie Oliver revolutioniert den klassischen Osterhefezopf mit einer überraschenden Zutat: Olivenöl statt Butter. Der britische Starkoch schwört auf diese mediterrane Alternative, die dem traditionellen Gebäck eine besondere Leichtigkeit verleiht und es zugleich länger frisch hält. Seine Version des geflochtenen Hefegebäcks verbindet österliche Tradition mit moderner, gesundheitsbewusster Backkunst. Das Olivenöl macht den Teig geschmeidiger, sorgt für eine saftige Krume und verleiht dem Hefezopf eine subtile, aromatische Note. Gleichzeitig eignet sich diese Variante perfekt für alle, die auf Milchprodukte verzichten möchten oder müssen. Mit dieser Technik gelingt ein luftiger, goldgelber Hefezopf, der nicht nur optisch beeindruckt, sondern auch geschmacklich neue Maßstäbe setzt. Die Verwendung von Olivenöl ist dabei keineswegs ein Kompromiss, sondern eine bewusste Entscheidung für Qualität und Geschmack.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1.
Das Mehl in eine große Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die frische Hefe hineinbröckeln und mit einem Esslöffel Zucker sowie etwas lauwarmer Milch verrühren. Diesen Vorteig (einen ersten Hefeansatz, der die Hefe aktiviert) etwa 10 Minuten ruhen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden. Das zeigt, dass die Hefe aktiv arbeitet und der Teig gut aufgehen wird.
2.
Den restlichen Zucker, das Salz, die abgeriebene Zitronenschale und den Vanilleextrakt zum Vorteig geben. Das Olivenöl und die restliche lauwarme Milch hinzufügen. Alle Zutaten zunächst mit einer Gabel vermischen, dann mit den Händen oder der Küchenmaschine etwa 8-10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig verkneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und geschmeidig sein, aber nicht kleben.
3.
Den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht geölte Schüssel legen. Mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 60-90 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Jamie Oliver empfiehlt eine Temperatur von etwa 25-28 Grad Celsius für optimales Aufgehen. Ein Tipp: Den Backofen kurz auf 50 Grad vorheizen, ausschalten und die Schüssel hineinstellen.
4.
Den aufgegangenen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und vorsichtig entgasen (die Luft herausdrücken, um eine gleichmäßige Struktur zu erhalten). Den Teig in drei gleich große Portionen teilen. Jede Portion zu einem etwa 40 cm langen Strang rollen. Die Stränge sollten in der Mitte etwas dicker sein als an den Enden, damit der geflochtene Zopf eine schöne Form erhält.
5.
Die drei Teigstränge nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die oberen Enden zusammendrücken und unter den Zopf schieben. Nun den klassischen Dreierzopf flechten: Den rechten Strang über den mittleren legen, dann den linken Strang über den neuen mittleren. Diesen Vorgang wiederholen, bis der Zopf fertig ist. Die unteren Enden ebenfalls zusammendrücken und unter den Zopf schieben.
6.
Den geflochtenen Hefezopf erneut mit einem Tuch abdecken und weitere 30-40 Minuten gehen lassen. Er sollte deutlich an Volumen zunehmen und sich luftig anfühlen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober-/Unterhitze vorheizen. Wenn ein Backstein verwendet wird, diesen mit vorheizen, da er für eine besonders knusprige Unterseite sorgt.
7.
Das Eigelb mit einem Esslöffel Milch verquirlen und den Hefezopf damit vorsichtig bestreichen. Darauf achten, dass die Flüssigkeit nicht zwischen die Flechtstränge läuft. Den Hagelzucker und die Mandelblättchen gleichmäßig über den Zopf streuen. Diese Glasur (der glänzende Überzug) verleiht dem Gebäck seine appetitliche goldbraune Farbe und einen leichten Crunch.
8.
Den Hefezopf im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene etwa 30-35 Minuten backen. Nach etwa 20 Minuten mit Alufolie abdecken, falls er zu dunkel wird. Der Zopf ist fertig, wenn er goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt. Alternativ kann mit einem Küchenthermometer die Kerntemperatur gemessen werden: Sie sollte etwa 95 Grad Celsius betragen.
9.
Den fertigen Hefezopf auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Durch das Olivenöl bleibt er besonders lange saftig und entwickelt auch am nächsten Tag noch sein volles Aroma. Jamie Oliver empfiehlt, den Zopf in ein sauberes Geschirrtuch einzuschlagen, um ihn bis zu drei Tage frisch zu halten.
Tipp vom Chefkoch
Warum Olivenöl statt Butter? Jamie Oliver erklärt, dass Olivenöl mehrere Vorteile bietet: Es macht den Teig geschmeidiger und leichter zu verarbeiten, sorgt für eine saftigere Krume, die länger frisch bleibt, und verleiht dem Hefezopf eine subtile mediterrane Note. Zudem enthält Olivenöl gesündere Fettsäuren als Butter und macht das Gebäck automatisch milchfrei. Wichtig ist die Verwendung eines milden, nativen Olivenöls extra – zu intensive Sorten würden den Geschmack dominieren. Das Öl sollte Zimmertemperatur haben, damit es sich optimal mit dem Teig verbindet. Ein weiterer Vorteil: Der Teig lässt sich bei Raumtemperatur verarbeiten, während Butterteige oft gekühlt werden müssen. Für ein besonders aromatisches Ergebnis kann ein leicht fruchtiges Olivenöl aus Ligurien oder der Provence gewählt werden.
Passende Getränke zum Osterhefezopf
Zum Osterhefezopf mit seiner leichten Olivenöl-Note passen besonders gut aromatische Heißgetränke. Ein kräftiger Darjeeling-Tee mit seiner blumigen Note harmoniert wunderbar mit der Zitronenschale im Gebäck. Auch ein Cappuccino oder Latte Macchiato ergänzt die Süße des Zopfes perfekt. Für einen festlichen Osterbrunch empfiehlt sich ein frisch gepresster Orangensaft oder ein Prosecco mit einem Spritzer Orangenlikör. Kinder freuen sich über eine heiße Schokolade mit Sahne oder einen Früchtetee mit Honig. Die mediterrane Note des Olivenöls verträgt sich auch hervorragend mit einem Glas Mandelmilch oder einem Chai Latte.
Zusätzliche Info
Der Hefezopf gehört zu den ältesten Ostertraditionen in Europa und symbolisiert mit seiner geflochtenen Form Zusammenhalt und Fruchtbarkeit. Ursprünglich wurde er aus drei Strängen geflochten, die die Heilige Dreifaltigkeit darstellen sollten. Jamie Olivers innovative Verwendung von Olivenöl verbindet diese jahrhundertealte Tradition mit modernen Ernährungsgewohnheiten und mediterraner Kochkultur. In Italien wird ein ähnliches Gebäck als ‚Treccia‘ bezeichnet und traditionell zu Ostern serviert. Die Verwendung von Olivenöl in süßem Gebäck hat in Südeuropa eine lange Geschichte – bereits im antiken Rom wurden Kuchen mit Olivenöl gebacken. Diese Methode erlebt derzeit eine Renaissance, da immer mehr Menschen nach pflanzlichen Alternativen zu Butter suchen. Der Hefezopf lässt sich übrigens auch hervorragend mit getrockneten Früchten, Rosinen oder Schokoladenstückchen verfeinern.



