In deutschen Küchen hat sich ein echter Geheimtipp etabliert, der selbst Backfaulen die Tür zur Welt selbstgemachter Köstlichkeiten öffnet: der Quark-Öl-Teig. Dieser unkomplizierte Allrounder verzichtet auf stundenlanges Gehenlassen, komplizierte Knetprozesse oder teure Spezialzutaten. Stattdessen vereint er Quark, Öl und wenige weitere Grundzutaten zu einem vielseitigen Teig, der sich für süße und herzhafte Backwaren gleichermaßen eignet. Ob spontaner Besuch vor der Tür steht oder der Appetit auf frisches Gebäck ruft: dieser Grundteig ist in wenigen Minuten fertig und verzeiht auch kleine Fehler. Perfekt für alle, die den Geschmack hausgemachter Leckereien schätzen, aber keine Zeit oder Lust auf aufwendige Backprojekte haben. Die Kombination aus Quark und Öl sorgt für eine angenehme Saftigkeit und macht den Teig besonders geschmeidig, während das Backpulver für die nötige Lockerheit sorgt. Heute zeigen wir die Zubereitung dieses praktischen Teigs, der wirklich in jede Küche gehört.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. die trockenen zutaten vorbereiten
Das mehl in eine große rührschüssel sieben. Das backpulver, den zucker und die prise salz hinzufügen. Alle trockenen zutaten mit einem schneebesen gründlich vermischen, damit sich das backpulver gleichmäßig verteilt. Dieser schritt ist wichtig, damit der teig später gleichmäßig aufgeht und keine klümpchen entstehen. Das sieben des mehls sorgt außerdem dafür, dass der teig schön luftig wird.
2. die feuchten zutaten hinzufügen
Eine mulde (eine vertiefung in der mitte der mehlmischung) in die mitte der trockenen zutaten formen. Den magerquark in diese mulde geben. Das pflanzenöl und die milch ebenfalls hinzufügen. Der quark sollte zimmerwarm sein, damit er sich besser verarbeiten lässt. Kalter quark aus dem kühlschrank lässt sich schwerer mit den anderen zutaten verbinden.
3. den teig zusammenführen
Mit einem teigschaber oder einer gabel die zutaten von innen nach außen vermengen. Dabei langsam das mehl vom rand in die mitte ziehen und alles zu einem geschmeidigen teig verarbeiten. Der teig sollte nicht zu lange geknetet werden, sonst wird er zäh. Sobald alle zutaten verbunden sind und keine mehlreste mehr sichtbar sind, ist der teig fertig. Er sollte weich, aber nicht klebrig sein. Falls der teig zu trocken erscheint, noch einen esslöffel milch hinzufügen.
4. den teig ruhen lassen
Den teig zu einer kugel formen und in der schüssel mit einem sauberen geschirrtuch abdecken. Etwa 10 minuten bei zimmertemperatur ruhen lassen. Diese kurze ruhezeit ermöglicht es dem mehl, die flüssigkeit vollständig aufzunehmen, und macht den teig geschmeidiger. Anders als bei hefeteig muss hier nicht stundenlang gewartet werden.
5. den backofen vorheizen
Während der teig ruht, den backofen auf 180 grad celsius ober- und unterhitze vorheizen. Ein backblech mit backpapier auslegen. Das vorheizen ist wichtig, damit der teig vom ersten moment an die richtige temperatur erhält und schön aufgeht. Bei umluft die temperatur auf 160 grad reduzieren.
6. den teig formen
Die arbeitsfläche leicht bemehlen. Den teig aus der schüssel nehmen und auf der bemehlten fläche kurz durchkneten. Je nach verwendungszweck kann der teig nun ausgerollt, zu brötchen geformt oder als pizza-basis verwendet werden. Für süße teilchen den teig etwa einen halben zentimeter dick ausrollen, für herzhafte varianten kann er etwas dünner sein. Mit einem messer oder ausstecher die gewünschten formen ausschneiden.
7. backen
Die geformten teigstücke auf das vorbereitete backblech legen und dabei etwas abstand zwischen den einzelnen stücken lassen, da der teig beim backen noch leicht aufgeht. Im vorgeheizten ofen etwa 20 bis 25 minuten backen, bis die oberfläche goldbraun ist. Die genaue backzeit hängt von der größe und dicke der teigstücke ab. Kleinere teilchen sind schneller fertig als große stücke.
8. abkühlen und genießen
Das backblech aus dem ofen nehmen und die gebackenen stücke auf einem kuchengitter auskühlen lassen. So wird die unterseite nicht feucht und das gebäck bleibt schön knusprig. Noch warm schmecken die teigwaren am besten, lassen sich aber auch problemlos ein bis zwei tage in einer dose aufbewahren.
Tipp vom Chefkoch
Für eine süße variante kann man den zucker auf 80 gramm erhöhen und nach dem backen mit puderzucker bestäuben. Für herzhafte versionen den zucker weglassen und stattdessen kräuter, geriebenen käse oder gewürze in den teig einarbeiten. Der teig lässt sich auch hervorragend einfrieren: einfach roh portionieren, einfrieren und bei bedarf direkt aus dem gefrierschrank backen, wobei die backzeit dann etwa 5 minuten länger dauert. Wer den teig noch saftiger mag, kann einen teil des mehls durch vollkornmehl ersetzen.
passende getränke zum quark-öl-gebäck
Je nach zubereitung harmoniert das gebäck aus quark-öl-teig mit verschiedenen getränken. Zur süßen variante passt klassischer filterkaffee, cappuccino oder ein milder schwarztee besonders gut. Die leichte säure des quarks wird durch die bitternoten des kaffees ausgeglichen. Für kinder oder kaffee-vermeider eignet sich warme milch mit honig oder kakao. Bei herzhaften zubereitungen empfiehlt sich buttermilch, die perfekt zur quark-note passt, oder ein kräutertee wie salbei oder thymian. Auch frisch gepresster apfelsaft bildet eine fruchtige ergänzung zum neutralen teiggeschmack.
Zusätzliche Info
Der quark-öl-teig, auch ölteig genannt, ist eine deutsche erfindung, die besonders in zeiten knapper ressourcen populär wurde. Als alternative zum klassischen hefeteig, der zeit und geduld erfordert, bot dieser teig eine schnelle lösung für haushalte, die spontan backen wollten. Die verwendung von quark statt butter machte ihn zudem kostengünstiger. Heute erlebt der teig eine renaissance, weil er perfekt zum modernen lebensstil passt: schnell, unkompliziert und trotzdem hausgemacht. In der DDR war er unter dem namen schneller teig bekannt und fand sich in fast jedem haushalt. Die vielseitigkeit macht ihn zu einem echten allrounder: von pizzaboden über obstkuchen bis hin zu herzhaften schnecken lässt sich alles damit zaubern. Ernährungsphysiologisch punktet der teig durch den quark, der protein und kalzium liefert, während das öl gesündere fettsäuren enthält als butter. Besonders praktisch: der teig kommt ohne eier aus und ist daher auch für menschen mit ei-allergie geeignet.



