Nicht auf beiden Seiten braten und keine Milch nehmen. Pfannkuchen mit „tausend Löchern“ sind besser als klassische Pfannkuchen

Nicht auf beiden Seiten braten und keine Milch nehmen. Pfannkuchen mit „tausend Löchern" sind besser als klassische Pfannkuchen

In der kulinarischen welt gibt es gerichte, die durch ihre einfachheit bestechen und dennoch geschmacklich überzeugen. Die baghrir, auch bekannt als marokkanische pfannkuchen mit tausend löchern, gehören definitiv dazu. Diese spezialität aus nordafrika unterscheidet sich grundlegend von klassischen pfannkuchen: sie werden nur auf einer seite gebraten, enthalten keine milch und entwickeln während des garens charakteristische kleine löcher auf ihrer oberfläche. Diese poröse struktur macht sie besonders saugfähig für honig, butter oder sirup.

Die zubereitung dieser außergewöhnlichen pfannkuchen erfordert weder besondere kochkünste noch exotische zutaten. Mit etwas geduld und den richtigen handgriffen gelingt dieses traditionelle gericht auch anfängern mühelos. Der teig basiert auf einer fermentation – einem natürlichen gärungsprozess durch hefe – die den baghrir ihre typische konsistenz und ihr einzigartiges aroma verleiht.

Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. vorbereitung des teigs

In einer großen schüssel den feinen grieß mit dem mehl vermischen. Diese kombination sorgt für die richtige konsistenz. Den zucker und das salz hinzufügen und alles gut durchmischen. In einer separaten tasse etwa 100 milliliter lauwarmes wasser nehmen und die trockenhefe darin auflösen. Das wasser sollte handwarm sein, nicht zu heiß, da sonst die hefe ihre wirkung verliert. Die aktivierung der hefe – der prozess, bei dem die mikroorganismen zu arbeiten beginnen – dauert etwa 5 minuten. Ihr werdet kleine blasen an der oberfläche sehen.

2. mischen der zutaten

Die aufgelöste hefe zur mehl-grieß-mischung geben. Nach und nach das restliche lauwarme wasser hinzufügen, während ihr kontinuierlich rührt. Verwendet am besten einen mixer oder schneebesen, um klumpen zu vermeiden. Der teig sollte eine flüssige, fließende konsistenz haben, ähnlich wie bei crêpes, aber etwas dicker. Alle zutaten müssen vollständig eingearbeitet sein. Die textur sollte glatt und homogen sein.

3. ruhezeit für den teig

Die schüssel mit einem sauberen tuch abdecken und den teig an einem warmen ort ruhen lassen. Diese phase ist entscheidend für das gelingen der baghrir. Die fermentation – der natürliche gärungsprozess – benötigt mindestens 30 minuten, idealerweise 45 minuten. Während dieser zeit arbeitet die hefe und erzeugt kleine gasbläschen im teig. Ihr werdet bemerken, dass der teig aufgeht und blasen bildet. Das ist genau das gewünschte ergebnis.

4. zugabe des backpulvers

Nach der ruhezeit das backpulver in 2 esslöffeln wasser auflösen und vorsichtig unter den teig heben. Nicht zu stark rühren, um die luftblasen nicht zu zerstören. Dieser schritt verstärkt die porosität der pfannkuchen und sorgt für noch mehr löcher. Den teig weitere 5 minuten ruhen lassen.

5. vorbereitung der pfanne

Eine antihaftbeschichtete pfanne bei mittlerer hitze erwärmen. Ganz wichtig: die pfanne sollte nicht zu heiß sein, sonst verbrennen die baghrir außen, bevor sie innen gar sind. Mit einem küchenpapier etwas pflanzenöl in der pfanne verteilen. Die pfanne sollte nur leicht gefettet sein, nicht ölig.

6. braten der baghrir

Mit einer kelle etwa eine kleine suppenkelle teig in die pfanne gießen. Den teig nicht verteilen oder schwenken wie bei crêpes – er sollte sich natürlich ausbreiten. Jetzt kommt der magische moment: nach wenigen sekunden beginnen sich auf der oberfläche kleine löcher zu bilden. Das sind die berühmten tausend löcher. Die baghrir werden ausschließlich auf einer seite gebraten. Sobald die oberfläche komplett trocken aussieht und keine flüssigen stellen mehr zu sehen sind, ist der pfannkuchen fertig. Dies dauert etwa 2 bis 3 minuten. Die unterseite sollte goldbraun sein, die oberseite bleibt hell und porös.

7. warmhalten und servieren

Die fertigen baghrir auf einen teller legen und mit einem tuch abdecken, damit sie warm und weich bleiben. Den vorgang wiederholen, bis der gesamte teig verbraucht ist. Zwischen den pfannkuchen könnt ihr backpapier legen, damit sie nicht zusammenkleben. Diese menge ergibt etwa 12 bis 15 baghrir, je nach größe.

Erika

Tipp vom Chefkoch

Die temperatur der pfanne ist der schlüssel zum erfolg. Testet die hitze, indem ihr einen tropfen wasser in die pfanne gebt: er sollte sanft brutzeln, nicht sofort verdampfen. Wenn die ersten baghrir nicht perfekt werden, korrigiert die hitze entsprechend. Die löcher entstehen durch die kombination von hefe und backpulver sowie durch die richtige konsistenz des teigs. Sollte der teig zu dick sein, fügt etwas wasser hinzu. Ist er zu flüssig, gebt einen esslöffel grieß dazu und lasst ihn 10 minuten quellen. Traditionell werden baghrir sofort nach dem braten mit geschmolzener butter bestrichen und mit honig übergossen, solange sie noch warm sind. Die poröse struktur saugt die flüssigkeiten perfekt auf.

getränkeempfehlung

Zu diesen süßen pfannkuchen passt hervorragend ein marokkanischer minztee, der traditionell sehr süß serviert wird. Die frische der minze harmoniert perfekt mit der süße von honig und butter. Alternativ eignet sich ein schwarzer tee mit kardamom, der dem gericht eine würzige note verleiht. Für kinder oder am nachmittag ist auch ein heißer kakao eine ausgezeichnete wahl. Die kombination aus schokolade und honig schafft ein besonderes geschmackserlebnis.

Zusätzliche Info

Die baghrir sind ein fester bestandteil der nordafrikanischen küche, besonders in marokko und algerien. Der name bedeutet in der berbersprache wörtlich „die durchlöcherten“. Diese pfannkuchen werden traditionell zum frühstück oder als nachmittagssnack serviert, besonders gerne während des ramadan zum fastenbrechen.

Die besonderheit dieser pfannkuchen liegt in ihrer einzigartigen textur: die tausend kleinen löcher entstehen durch die doppelte triebkraft von hefe und backpulver. Im gegensatz zu klassischen pfannkuchen, die auf beiden seiten gebraten werden, garen baghrir nur von unten. Die oberseite bleibt ungekocht und behält ihre charakteristische poröse struktur. Diese methode stammt aus einer zeit, als in nordafrika auf offenen feuerstellen gekocht wurde und das wenden schwierig war.

Die verwendung von grieß anstelle von reinem mehl ist typisch für die maghrebinische küche. Grieß verleiht den baghrir eine leicht körnige textur und einen nussigen geschmack. In verschiedenen regionen gibt es varianten: manche verwenden nur grieß, andere mischen ihn mit mehl wie in diesem rezept.

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