Aldi verkauft neuen Airfryer für 34 Euro: Lohnt sich das Schnäppchen wirklich?

Der Frühling liegt in der Luft, die Küchen werden wieder aktiver, und Aldi überrascht seine Kunden mit einem Airfryer zum Preis von 34 Euro. Das Gerät landete dieser Tage in den Regalen der Filialen und löste prompt eine Debatte aus: Kann ein Heißluftfrittiergerät in dieser Preisklasse wirklich liefern, was teurere Modelle versprechen? Wer in diesem Frühjahr die Küche aufrüsten möchte, ohne dafür ein halbes Monatsgehalt auszugeben, wird zwangsläufig aufmerksam.

Dieser Ratgeber zeigt, für wen sich der Kauf lohnt, worauf beim Vergleich zu achten ist und wo die Grenzen eines Einstiegsgeräts liegen. Weder blindes Lob noch pauschale Skepsis helfen beim Kauf – konkrete Kriterien hingegen schon.

Was Aldi genau verkauft

Das Gerät, das Aldi derzeit unter der Eigenmarken-Label oder einem bekannten Hausmarken-Partner vertreibt, ist ein kompakter Airfryer mit einem Fassungsvermögen von ~3,5 bis 4 Litern — je nach verfügbarer Produktversion. Damit eignet es sich für ein bis zwei Personen, bei kleinen Portionen auch für drei. Die Leistung liegt typischerweise bei 1 400 bis 1 500 Watt, die Temperatur lässt sich zwischen etwa 80 °C und 200 °C regulieren, und ein mechanischer oder digitaler Timer gehört zum Standardumfang.

Zum Vergleich: Markengeräte von Philips, Ninja oder Cosori starten bei 80 bis 120 Euro und reichen nach oben offen. Der Aldi-Airfryer kostet weniger als ein Drittel davon. Diese Preisdifferenz wirft die entscheidende Frage auf: Was geht verloren, und was bleibt erhalten?

Was ein Airfryer überhaupt leistet

Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein Heißluftgebläse zirkuliert heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit um das Gargut. Das Ergebnis ähnelt dem Frittieren — knusprige Oberfläche, saftiges Inneres — ohne dass Öl in großen Mengen nötig wäre. Tatsächlich reicht beim Braten von Gemüse oder Hähnchenstücken oft ein dünner Ölfilm, der per Sprühflasche aufgetragen wird.

Die Technik ist nicht neu, aber sie hat sich in Privathaushalten in den letzten Jahren stark verbreitet. Im Frühjahr, wenn Spargel, junge Karotten und Zuckererbsen Saison haben, entfaltet ein Airfryer einen echten Mehrwert: Gemüse gart schnell, bleibt bissfest und bekommt eine leicht karamellisierte Oberfläche, die im Backofen deutlich länger dauert. Pommes frites, Fischstäbchen, Chicken Wings, aber auch Muffins oder Quiches — die Einsatzmöglichkeiten sind breiter, als der Name vermuten lässt.

Die Vor- und Nachteile im direkten Überblick

KriteriumAldi-Airfryer (~34 €)Markengerät (~100–150 €)
Fassungsvermögen~3,5–4 Liter4–9 Liter (je nach Modell)
Leistung~1 400–1 500 W1 500–2 400 W
Temperaturpräzisionmechanisch, grobe Stufendigital, graduell einstellbar
Timermechanisch oder einfach digitaldigital, oft mit Presets
ZubehörBasiskorbGrillrost, Backform, Spieße
Garantie3 Jahre (gesetzlich DE)2–3 Jahre, teils erweitert
Geräuschpegeloft etwas lautermeist leiser
ReinigungKorb spülmaschinengeeignet (prüfen)meist vollständig spülmaschinengeeignet

Für wen das Schnäppchen wirklich sinnvoll ist

Wer zum ersten Mal mit einem Airfryer arbeiten möchte und nicht sicher ist, ob das Gerät dauerhaft genutzt wird, findet in einem 34-Euro-Modell einen risikoarmen Einstieg. Die Grundfunktionen — Erhitzen, Knuspern, Garen ohne Öl — erfüllt auch ein günstiges Gerät. Wer Pommes für zwei Personen zubereitet, Hähnchenschenkel brät oder Frühlingsgemüse röstet, wird keinen wesentlichen Unterschied zu einem Premiumgerät bemerken.

Anders sieht es aus, wenn größere Haushalte versorgt werden sollen: Bei vier oder mehr Personen wird der kleine Korb zum Engpass, und mehrere Durchgänge kosten Zeit und Energie. Auch wer präzise Temperaturen für empfindliche Zubereitungen benötigt — etwa beim Sous-vide-Nachgaren oder beim Backen — stößt bei mechanischen Reglern schnell an Grenzen.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Vor dem Kauf lohnt ein kurzer Check der technischen Angaben auf der Verpackung. Entscheidend sind: das genaue Fassungsvermögen des Korbs in Litern, die maximale Temperatur, ob der Korb spülmaschinengeeignet ist und ob eine BPA-freie Beschichtung des Garkorbs angegeben ist. Ebenfalls relevant: der Geräuschpegel, der in kompakten Geräten höher ausfallen kann — im Alltag ist das kein Kaufkriterium, aber in kleinen Küchen oder offenen Wohnräumen spürbar.

Die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren gilt in Deutschland für alle Neugeräte, Aldi räumt häufig sogar drei Jahre ein. Das mindert das finanzielle Risiko erheblich.

Was die Konkurrenz bei vergleichbarem Preis bietet

Im selben Preissegment tauchen regelmäßig Geräte anderer Discounter auf — Lidl, Netto oder Penny — sowie Eigenmarken auf Amazon oder Mediamarkt. Die Unterschiede sind oft marginal: Gehäusedesign, Kabelläge, minimale Leistungsunterschiede. Wer mehrere Optionen vergleicht, sollte vor allem auf die Korb­kapazität in Litern und die Qualität der Antihaftbeschichtung achten, da diese über die Langlebigkeit des Geräts entscheidet.

Ein realistisches Fazit

34 Euro für einen Airfryer sind kein Wunderdeal, aber auch kein Reinfall. Das Gerät tut, was versprochen wird – innerhalb seiner Grenzen. Wer alleine kocht oder zu zweit, gelegentlich Pommes, Gemüse oder Hähnchen zubereiten möchte und noch keine Erfahrung mit Heißluftfrittiergeräten hat, kauft mit diesem Aldi-Modell vernünftig ein. Wer täglich für eine Familie kocht, anspruchsvolle Rezepte ausprobiert oder präzise Temperatursteuerung braucht, ist mit einem Markengerät besser bedient – und sollte entsprechend mehr investieren.

Häufige Fragen zum Aldi-Airfryer

Wie groß ist der Garkorb des Aldi-Airfryers?

Das aktuelle Modell verfügt laut Produktangaben über ein Fassungsvermögen von etwa 3,5 bis 4 Litern. Das reicht für eine bis zwei Portionen Pommes, vier Hähnchenschenkel oder eine großzügige Portion Ofengemüse. Für Haushalte mit drei oder mehr Personen kann der Korb bei größeren Mahlzeiten zu klein werden, sodass mehrere Garvorgänge nötig sind.

Ist der Airfryer von Aldi wirklich günstiger als vergleichbare Modelle?

Ja, 34 Euro liegen deutlich unter dem Marktdurchschnitt für Airfryer mit vergleichbarer Leistung. Markengeräte von Philips, Cosori oder Ninja beginnen in der Regel bei 80 bis 100 Euro. Der Preisunterschied schlägt sich vor allem in der Verarbeitungsqualität, der Temperaturpräzision und dem verfügbaren Zubehör nieder — nicht zwingend im Garergebnis selbst.

Welche Lebensmittel kann man in einem Airfryer zubereiten?

Die Bandbreite ist größer als oft angenommen: Pommes frites, Hähnchen, Fisch, Gemüse, Tofu, aber auch Muffins, kleine Quiches, Toast oder aufgebackene Croissants funktionieren gut. Im Frühjahr eignen sich Spargel, junge Möhren oder Zuckererbsen besonders gut — das Gargut bleibt bissfest und bekommt eine leichte Röstaromenote, die im Backofen erst nach deutlich längerer Zeit entsteht.

Wie reinigt man einen Airfryer richtig?

Der Garkorb sollte nach jedem Einsatz gereinigt werden, um Fettrückstände zu vermeiden, die sich bei erneutem Erhitzen zersetzen und Gerüche erzeugen. Bei spülmaschinengeeigneten Körben ist das einfach — sonst genügt warmes Wasser mit etwas Spülmittel und einem weichen Schwamm. Die Antihaftbeschichtung sollte nie mit scheuernden Mitteln oder Stahlwolle behandelt werden, da sie sonst dauerhaft beschädigt wird. Das Außengehäuse reicht ein feuchtes Tuch.

Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Airfryers?

Ein Airfryer mit 1 400 bis 1 500 Watt verbraucht bei einer typischen Garzeit von 15 bis 20 Minuten etwa ~0,35 bis 0,5 kWh pro Einsatz. Das liegt unter dem Verbrauch eines herkömmlichen Backofens, der bei gleicher Aufgabe oft 30 bis 40 Minuten benötigt und zudem vorgeheizt werden muss. Bei regelmäßigem Einsatz kann ein Airfryer also tatsächlich zu einer leichten Senkung des Energieverbrauchs beitragen — ein relevanter Punkt angesichts gestiegener Energiepreise.

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