Der Pfundkuchen gehört zu den klassischen Backwaren, die in deutschen Haushalten seit Generationen geschätzt werden. Seinen Namen verdankt dieser saftige Rührkuchen der traditionellen Zutatenmenge: je ein Pfund Butter, Zucker, Mehl und Eier. Diese einfache Formel garantiert ein gelingsicheres Ergebnis, das selbst Backanfänger problemlos meistern können. Der Kuchen überzeugt durch seine feinporige Krume – die zarte, gleichmäßige Struktur des Teiges – und seine lange Frische. Mit seiner goldgelben Kruste und dem butterweichen Inneren ist er der perfekte Begleiter zum Nachmittagskaffee oder als süßer Abschluss eines Essens.
Die Besonderheit dieses Rezepts liegt in seiner Verlässlichkeit. Während viele Kuchen empfindlich auf Temperaturschwankungen oder ungenaue Mengenangaben reagieren, verzeiht der Pfundkuchen kleinere Ungenauigkeiten. Das macht ihn zum idealen Einstieg in die Welt des Backens. Zudem lässt er sich hervorragend vorbereiten und hält sich mehrere Tage frisch, wenn er richtig aufbewahrt wird. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Ihnen dieser Klassiker garantiert gelingt.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Backform und des Ofens
Heizen Sie zunächst Ihren Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vor. Diese Temperatur ist wichtig, damit der Kuchen gleichmäßig durchbackt. Fetten Sie eine Kastenform gründlich mit weicher Butter ein und bestäuben Sie sie anschließend mit etwas Mehl. Klopfen Sie überschüssiges Mehl heraus. Dieser Schritt verhindert, dass der Kuchen später an der Form kleben bleibt und sich nicht lösen lässt. Alternativ können Sie die Form auch mit Backpapier auslegen, was das spätere Herauslösen noch einfacher macht.
2. Butter und Zucker schaumig rühren
Geben Sie die weiche Butter in eine große Rührschüssel. Die Butter sollte wirklich Zimmertemperatur haben, damit sie sich gut verarbeiten lässt. Fügen Sie den Zucker und den Vanillezucker hinzu. Rühren Sie diese Mischung mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe mindestens fünf Minuten lang schaumig. Die Masse sollte deutlich heller werden und an Volumen zunehmen. Dieser Vorgang nennt sich Aufschlagen – das Einarbeiten von Luft in die Butter-Zucker-Masse – und ist entscheidend für die spätere Lockerheit des Kuchens. Je länger Sie rühren, desto luftiger wird Ihr Pfundkuchen.
3. Eier einzeln unterrühren
Fügen Sie nun die Eier einzeln zur Butter-Zucker-Masse hinzu. Wichtig ist, dass Sie nach jedem Ei etwa eine halbe Minute weiterrühren, bevor Sie das nächste hinzugeben. Die Eier sollten ebenfalls Zimmertemperatur haben, da kalte Eier die Masse zum Gerinnen bringen können. Sollte die Masse dennoch leicht gerinnen, ist das kein Grund zur Sorge. Fügen Sie einfach einen Esslöffel Mehl hinzu und rühren Sie weiter. Die Prise Salz können Sie bereits jetzt unterrühren. Sie verstärkt die Aromen und sorgt für einen ausgewogenen Geschmack.
4. Mehl und Backpulver einarbeiten
Sieben Sie das Mehl zusammen mit dem Backpulver in eine separate Schüssel. Das Sieben sorgt dafür, dass keine Klümpchen im Teig entstehen und die Zutaten sich besser verbinden. Reiben Sie die Zitronenschale fein ab und geben Sie sie zum Mehl. Fügen Sie nun das Mehlgemisch portionsweise zur Eier-Butter-Masse hinzu. Rühren Sie auf niedrigster Stufe nur so lange, bis sich das Mehl gerade eben verbunden hat. Zu langes Rühren würde das Gluten – das Klebereiweiß im Mehl – aktivieren und der Kuchen würde zäh statt locker. Arbeiten Sie zum Schluss mit einem Teigschaber nach und heben Sie den Teig vom Boden der Schüssel an.
5. Teig in die Form füllen und backen
Füllen Sie den Teig in die vorbereitete Kastenform. Streichen Sie die Oberfläche mit dem Teigschaber glatt. Klopfen Sie die Form einmal leicht auf die Arbeitsfläche, damit eventuelle Luftblasen entweichen können. Schieben Sie die Form auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens. Backen Sie den Kuchen etwa 60 Minuten. Nach etwa 50 Minuten können Sie eine erste Stäbchenprobe machen. Stechen Sie mit einem Holzstäbchen in die Mitte des Kuchens. Bleibt kein Teig mehr daran kleben, ist der Kuchen fertig. Die Oberfläche sollte goldbraun sein. Sollte sie zu dunkel werden, decken Sie den Kuchen mit Alufolie ab.
6. Kuchen auskühlen lassen
Nehmen Sie den fertigen Kuchen aus dem Ofen und lassen Sie ihn etwa zehn Minuten in der Form ruhen. Lösen Sie dann vorsichtig die Ränder mit einem Messer und stürzen Sie den Kuchen auf ein Kuchengitter. Lassen Sie ihn vollständig auskühlen, bevor Sie ihn anschneiden. Das Auskühlen ist wichtig, da der Kuchen sonst beim Schneiden bröseln könnte. Erst wenn er komplett ausgekühlt ist, hat er seine endgültige Konsistenz erreicht. Bestäuben Sie ihn vor dem Servieren mit Puderzucker. Dazu geben Sie den Puderzucker in ein feines Sieb und stäuben ihn gleichmäßig über den Kuchen.
Tipp vom Chefkoch
Für einen besonders saftigen Pfundkuchen können Sie einen Esslöffel Sahne oder Milch unter den Teig rühren. Wenn Sie den Kuchen mit einem Zuckerguss überziehen möchten, verrühren Sie 150 Gramm Puderzucker mit zwei bis drei Esslöffeln Zitronensaft. Der Kuchen lässt sich hervorragend einfrieren und hält sich so bis zu drei Monate. Schneiden Sie ihn dafür in Scheiben und wickeln Sie diese einzeln in Frischhaltefolie. So können Sie bei Bedarf einzelne Portionen auftauen. Für Variationen können Sie Kakao, Mohn, Rosinen oder gehackte Nüsse in den Teig einarbeiten. Reduzieren Sie dafür die Mehlmenge um die entsprechende Menge der Zugabe.
Die perfekte Begleitung zum Pfundkuchen
Ein klassischer Filterkaffee oder ein milder Schwarztee harmonieren perfekt mit diesem butterweichen Kuchen. Die leichte Bitterkeit des Kaffees bildet einen angenehmen Kontrast zur Süße des Gebäcks. Für Kinder oder Personen, die keinen Kaffee mögen, eignet sich ein Glas frische Milch oder ein Kakao – ein Getränk aus Milch und Kakaopulver – hervorragend. An warmen Tagen passt auch ein gekühlter Eistee mit Zitrone wunderbar zum Pfundkuchen. Die Zitronennote im Kuchen wird dadurch noch verstärkt. Für besondere Anlässe können Sie auch einen süßen Dessertwein wie einen Moscato d’Asti servieren, dessen fruchtige Aromen die Vanille im Kuchen unterstreichen.
Zusätzliche Info
Der Pfundkuchen hat seine Wurzeln im 18. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Rührkuchenrezepten der deutschen Backkunst. Ursprünglich wurde er tatsächlich mit je einem Pfund der Hauptzutaten gebacken, was etwa 500 Gramm entspricht. Diese einfache Mengenangabe machte das Rezept auch für Menschen zugänglich, die nicht lesen konnten – sie mussten sich lediglich die Formel merken. Im Laufe der Zeit wurde die Menge angepasst, da ein ganzes Pfund für moderne Haushalte oft zu viel ist.
In anderen Ländern kennt man ähnliche Kuchen unter verschiedenen Namen. In Frankreich heißt er Quatre-quarts – vier Viertel – was auf die gleichen Teile der vier Hauptzutaten hinweist. In England ist der Pound Cake bekannt, der ebenfalls nach demselben Prinzip gebacken wird. Die Franzosen fügen traditionell oft Rum – einen Zuckerrohrschnaps – hinzu, während die Engländer ihren Pound Cake gerne mit Trockenfrüchten verfeinern. Der deutsche Pfundkuchen besticht durch seine Schlichtheit und lässt sich vielseitig abwandeln, bleibt aber in seiner Grundform ein zeitloser Klassiker der Kaffeetafel.



